Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Kirchen der Diözese Innsbruck Seit   September   2010   bin   ich   ehrenamtlicher   Mitarbeiter   der   Abteilung   Familie   und   Lebensbegleitung   im   Seelsorgeamt der      Diözese      Innsbruck,      zuständig      für      die      Seelsorge      bei      Menschen      mit      eingeschränkter      Hörfähigkeit (Schwerhörigenseelsorge),   und   in   dieser   Funktion   Mitglied   in   der   Arbeitsgemeinschaft   Barrierefreie   Kirchen    (vormals Behindertenseelsorge).   Im   März   2016   habe   ich   die   Leitung   dieser Arbeitsgemeinschaft   übernommen.   Das   nachfolgende Leitbild gibt Aufschluss über die Arbeitsweise und Zielsetzung dieser Arbeitsgemeinschaft. Gerne   berate   ich   an   dem   Thema   Barrierefreie   Kirchen    interessierte   Menschen   oder   Institutionen   anhand   der   mir   zur Verfügung stehenden Informationen. Leitbild der Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Kirchen Spirituelle Begleitung auf dem Weg der Inklusion in Tirol T eam-Geist  – Unser Team – Wer sind wir?   Wir    sind    eine    ökumenische    Gruppe    von    hauptamtlichen    und    ehrenamtlichen    MitarbeiterInnen    in    kirchlichen    und kirchennahen   Einrichtungen,   die   sich   mit   umfassenden   Belangen   der   spirituellen   Begleitung   auf   dem   Weg   der   Inklusion beschäftigen. Ziel   der   Inklusion   ist   die   mitgestaltende   Einbeziehung   von   Menschen   mit   besonderen   Bedürfnissen   im   gesellschaftlichen und kirchlichen Tun. In   unserer   Arbeitsgemeinschaft   engagieren   sich   für   die   Seelsorge   verantwortliche   Personen   und   Betroffene   in   den pastoralen   und   caritativen   Aufgabenfeldern   als   WegbegleiterInnen   zu   einem   barrierefreien   Miteinander   aller   Menschen. In diesen Aufgabenfeldern sind wir frei, zu gestalten und zu entscheiden. Geist-reich  – Unsere Vision – Was wollen wir erreichen? Unsere   Vision   einer   inklusiven   Gesellschaft,   in   der   das   vielfältige   Menschsein   wertgeschätzt   wird,   wird   von   der   Leitung unserer Ortskirchen bestärkt: „Jeder   Mensch   hat   einen   unendlichen   Wert.   Gott   hat   sich   jeden   einzeln   ausgedacht   als   Wunder   mit   einem   speziellen Auftrag.   Die   Welt,   die   Gesellschaft   wäre   ärmer   und   kälter,   wenn   es   Menschen   mit   Behinderung   nicht   gäbe.“   (Bischof Manfred Scheuer) „Ich   wünsche   mir,   dass   unsere   Seelsorge   Handlungsdefizite   liebevoll   erkennt,   benennt   und   nach   Möglichkeit   beseitigt, Menschen   an   ihren   jeweiligen   Standorten   und   auf   ihren   Wegen   begleitet,   christliche   Orientierung   gibt   und   für   ein   gutes gesellschaftliches Miteinander eintritt.“ (Superintendent Olivier Dantine) Es   möge   uns   gelingen,   Meilensteine   auf   diesem   herausfordernden   Weg   zu   setzen,   die   für   das   menschliche   Miteinander als nachhaltige Orientierung dienen. Wir   erbitten   für   unser   Tun,   vom   Barmherzigen   Vater   in   der   Nachfolge   Jesu   „Geist-reich“   erfüllt   zu   werden,   so   dass   der „Team-Geist“    innerhalb    der   Arbeitsgemeinschaft    und    in    den    Gesprächen    mit    unseren    Partnerinnen    und    Partnern gestärkt,   der   „Frei-Geist“   in   unserer   Mission   kreationsfreudig   und   menschenverbindend   zur   Entfaltung   kommt   und   ein „Geist-volles“   Wirken   im   Schöpfungswerk   Gottes   uns   anleitet,   Heil   unter   den   Menschen   mit   und   ohne   Behinderung   zu stiften. Frei-Geist  – Unsere Mission – Was tun wir? Unsere     Arbeitsschwerpunkte      beziehen      sich      auf      das Ermöglichen    einer   Teilnahme,   Teilhabe    und    eines    Mittuns von    Menschen    mit    besonderen    Bedürfnissen    im    privaten, kirchlichen    und    gesellschaftlichen    Leben.    Dabei    geht    es darum,   Behinderungen   am   Leben   wahrzunehmen   und   diese nach    Möglichkeit    abzubauen.    Im    Mittelpunkt    steht    der Mensch,     dessen     besondere     Fähig-keiten     (Charismen) gesucht   und   als   Bereicherung   der   Gemeinschaft   erlebbar gemacht werden. Dazu   sammeln   wir   Wissen   aus   langjähriger   Erfahrung   und gezielter    Weiterbildung    und    geben    dieses    in    Form    von Bildungs-            und            Veranstaltungsangeboten            an MitarbeiterInnen/BetreuerIn-nen und an Betroffene weiter. Wir   setzen   uns   dafür   ein,   dass   Menschen   seelsorglich   und spirituell    begleitet    werden,    sei    es    in    der    Familie,    in    der Pfarrgemeinde,   in   Initiativen   oder   Einrichtungen.   Wir   wollen kirchliche    Einrichtungen    stärken    und    ihnen    helfen,    den Mehrwert    einer    Glaubensorientierung    im    Gestalten    des Miteinanders     zu     entdecken     und     ihn     beispielsweise     in Veranstaltungen    mit    der    Vielfalt    des    Lebens    spürbar    zu machen. Geist-voll  – Unser Arbeitsgeist – Wie tun wir es?   In     einer     nach     Perfektion     und     Machbarkeit     strebenden Gesellschaft   eröffnet   die   Vielfältigkeit   des   Menschen   einen schöpferischen    Spielraum.    Wir    nutzen    diesen    Spielraum zum Lernen und Entwickeln. In     der     Öffentlichkeit     werden     Rahmenbedingungen     und Gestaltungsmodelle   der   Inklusion   diskutiert   und   in   gesetzlichen   Regelungen   normiert.   Wir   nehmen   aktiv   an   diesen Prozessen   teil.   Auf   dem   Weg   der   Inklusion   wollen   wir   im   Geist   der   Heiligen   Schrift   weitergehen   und   Angebote   für   das private, gesellschaftliche und kirchliche Leben schaffen, die auf Weiterbildung und Vernetzung hinführen. Wir   wollen   helfen,   Schranken   zu   überwinden,   wenn   Menschen   ökumenisch,   kreativ,   konstruktiv   und   herzerfüllend aufeinander zugehen. Dieser Menschenkreis umfasst beispielsweise: Betroffene selbst, die Einschränkungen beim Fühlen, Gehen, Hören, Kognitiv-Wahrnehmen oder Sehen haben, Geschwister und Angehörige von Menschen mit Behinderung, Eltern von Kindern mit Behinderung und hilfesuchende Eltern, Erziehungsberechtigte und Lebensgemeinschaften, in Pfarrgemeinden Tätige und (Religions-)LehrerInnen, Institutionen, wie beispielsweise die Arche, die Caritas, die Diakonie, die Sozialen Dienste der Kapuziner, Selbstbestimmt-Leben-Initiative und christlich-orientierte Vereine wie Glaube und Licht. Wir    wollen    die    breite    Öffentlichkeit    miteinbeziehen,    wenn    wir    sie    mit    das    Herz    und    den    Geist    berührender Informationsarbeit ansprechen und die Bewusstseinsbildung nachhaltig prägen. Unsere Berufungen sehen wir in maßvoller Bewältigung der wegbegleitenden Aufgaben: Wir wollen Fürsprechende sein, für die Betroffenen und BetreuerInnen, für das religiöse und inklusions-einbindende Gemeindeleben. Wir wollen kritische Beobachtende und Impulsgebende (manchmal auch „Wadenbeißer“) in der Gesellschaft sein, die unermüdlich auf Defizite und Diskriminierungen hinweisen. Wir wollen Vernetzungen ermöglichen. Wir wollen Know-How weitergeben, indem wir uns selbst an dem neuesten Stand orientieren und Bildungsangebote für Gemeindeentwicklung bereitstellen. Wir wollen BegleiterInnen von SeelsorgerInnen (PfarrerInnen und Laien) sein.
Mit der Kraft der leuchtenden Sonne den Wandel unterstützen