Besser Hören leicht(er) gemacht Seit   dem   Herbst   2010   biete   ich   im   Bildungshaus   Osttirol   in   Lienz   jeweils   am   Montag   von   9   bis   13   Uhr   eine   unabhängige und kostenlose Hörberatung an. Ich    bin    seit    Kindheit    mittelgradig    hörbehindert    und    bedingt    durch    einen    selten    vorkommenden    Hochton-Steilabfall technisch    nicht    versorgbar.    Ich    höre    Raben    aber    keine    Amseln.    Zur    Bewältigung    meines    Lebens    mit    dieser Höreinschränkung   habe   ich   besonders   in   den   letzten   25   Jahren   viel   Wissen   aus   Fachliteratur   und   Gesprächen   mit Primar-   und   Fachärzten,   mit   Hörgeräte-AkustikerInnen,   LogopädInnen   und   AudiotherapeutInnen   gesammelt.   Auch   im Österreichischen     Schwerhörigenbund     und     in     Selbsthilfegruppen     habe     ich     mitgearbeitet     und     dort     meinen Erfahrungsschatz   auf   vielen   Ebenen   des   Hörens   bereichert,   vor   allem   auf   der   medizinischen,   auf   der   technischen   und auf   der   psycho-sozialen   Ebene.   Im   Jahr   2006   habe   ich   an   einer   Schwerhörigen-Rehabilitation   in   Bad   Grönenbach   im Allgäu teilgenommen und dort viel Information über den Umgang mit Hörschädigungen erhalten. Die    Zahl    der    betroffenen    Menschen    in    Österreich    ist    groß.    Statistisch    betrachtet    ist    nahezu    jeder    Fünfte    mit Hörschwächen konfrontiert, im Alter ab 60 Jahren jeder Dritte, ab 80 sogar jeder Zweite. Meine   langejährigen   Erfahrungen   mit   hörbeeinträchtigten   Menschen   habe   ich   in   den   Erfolgsfaktoren   zusammengefasst, die ein besseres Hören leichter machen können. 22 Erfolgsfaktoren für ein besseres Miteinander "Die Behandlung des Gehörs ist komplex und besteht nicht ausschließlich aus der Verwendung eines Hörgeräts." Es   gibt   viele   Ursachen,   die   zu   einer   Hörschwäche   führen,   und   es   gibt   sehr   viele   Menschen,   die   davon   betroffen   sind. Häufig   wird   sehr   spät   entschieden,   den   Weg   zur   Ärztin/zum   Arzt   oder   zum   Hörgeräte-Fachinstitut   anzutreten.   Wie   soll man vorgehen? Was ist zu bedenken? Was kann man erwarten? Ich   lebe   seit   Kindheit   mit   einem   Mittel-   und   Hochton-Hörverlust   und   habe   gelernt,   in   den   zwei   Welten   zu   leben,   in   der guthörenden   Welt,   wenn   die   Umgebung   ruhig   ist,   und   in   der   an   die   Taubheit   grenzenden   Welt,   wenn   die   Umgebung geräuschvoll   ist.   Die   eigenen   Erfahrungen   mit   dieser   selten   ausgeprägten   Hörschwäche,   viele   Gespräche   mit   HNO- Primar-   und   -Fachärzten,   mit   LogopädInnen,   mit   AudiotherapeutInnen   und   Hörgeräte-AkustikerInnen   und   das   Studium von    Fachliteratur    haben    mein    Wissen    im    Umgang    mit    Hörbeeinträchtigungen    in    den    letzten    zwanzig    Jahren    sehr bereichert. Jetzt gebe ich dieses Wissen in kostenlosen und unabhängigen Hörberatungen weiter. Aus   den   Erfahrungen   im   beratenden   Gespräch   mit   Betroffenen   und   deren   Angehörigen   entstand   ein   Katalog   von Erfolgsfaktoren für ein besseres Hören. 1 . Frühzeitige Inanspruchnahme von Hörhilfen 2 . Jede Hörschwäche ist individuell ausgeprägt 3 . Ärztliche Überprüfung der Hörschwäche 4 . Analyse der hörbeeinträchtigten Lebensgewohnheiten 5 . Auswahl des Hörakustik-Fachinstitutes 6 . Angehörige oder Freunde zum Beratungsgespräch in das Hörakustik-Fachinstitut mitnehmen 7 . Bereitschaft zur Mitarbeit an der stufenweisen Hörsystem-Anpassung 8 . Bereitschaft zu Eigenleistungen in der Zusammenarbeit mit dem Hörakustik-Fachinstitut 9 . Bereitschaft zum täglichen Tragen des Hörsystems 1 0 . Realistische Erwartungen an die Hörverbesserung 1 1 . Erklärung der Hörtest-Ergebnisse 1 2 . Mehrere Produkte ausprobieren 1 3 . Kriterien für die Kaufentscheidung 1 4 . Ständiges Hörtraining 1 5 . Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen 1 6 . Mithilfe und Verständnis der Angehörigen und Freunde 1 7 . Zubehör und weitere Hörhilfen 1 8 . Stressabbau, viel Bewegung in frischer Luft 1 9 . Literatur über die Bewältigung von Höreinbußen 2 0 . Hörnerv-schädigende Medikamente 2 1 . Ruhepausen und Tagesverfassung 2 2 . Rehabilitation 1. Frühzeitige Inanspruchnahme von Hörhilfen Nachlassendes Hörvermögen reduziert die Erkennungsfähigkeit von Höreindrücken im Gehirn. Je    länger    mit    der    Hörgerät-Anpassung    zugewartet    wird,    desto    länger    dauert    auch    die    Wiederherstellung    der Erkennungsfähigkeit     im     Gehirn,     desto     länger     dauert     es,     bis     neue     Höreindrücke     über     das     Hörsystem wahrgenommen   und   richtig   interpretiert   werden.   Vergleiche   untrainierte   Hörzellen   und   untrainierte   Muskeln.   In beiden    Fällen    braucht    es    viel    Training    und    lange    Zeit,    bis    die    Zellen    wieder    voll    einsatzfähig    sind    und unterschiedliche Höreindrücke, vor allem Gesprochenes, wahrnehmen können. Die   Erfahrung   zeigt,   dass   hörbeeinträchtigte   Menschen   sehr   lange   zuwarten,   ehe   sie   zum   Facharzt   oder   Akustiker gehen (im Durchschnitt 7 bis 10 Jahre). Neue   Forschungen   haben   ergeben,   dass   die   nachlassende   Hörfähigkeit   das   Entstehen   von   Demenzerkrankungen begünstigen kann. 2. Jede Hörschwäche ist individuell ausgeprägt Es gibt Ähnlichkeiten, aber keine Gleichheiten. Erfahrungswerte    von    hörgeschwächten    Menschen,    die    sie    mit    Hörgeräten    sammeln,    stützen    sich    immer    auf persönliche Empfindungen, auf ihr Umfeld, auf ihre Lebensgewohnheiten – in positiver und negativer Ausprägung. Was für den einen passt, muss nicht automatisch auch für einen anderen passen. Bei    älteren    Menschen    geht    vor    allem    die    Fähigkeit    verloren,    eine    einzelne    Menschenstimme    aus    einem Sprachgewirr   herauszufiltern.   Dies   hängt   damit   zusammen,   dass   die   hohen   Töne   und   die   dort   angesiedelten Zischlaute   nicht   mehr   gehört   werden.   Diese   Fähigkeit   des   Herausfilterns   von   einzelnen   Stimmen   bei   größerem Umgebungslärm   (Gasthaus,   Kaffeehaus,   Musikveranstaltungen   usw.)   lässt   sich   auch   mit   einem   Hörgerät   nur   selten zurückgewinnen.        … siehe separates Dokument unter Downloads …
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