Kulturpatenschaft Das   Freiwilligenzentrum   in   Lienz   vermittelt   Frauen   und   Männer   an   Einrichtungen   in   Osttirol.   Die   Einsatzleistung   dieser Freiwilligen ist unentgeltlich und ohne Aufwandsentschädigung. Gemeinsam    mit    dem    Bildungshaus    Osttirol    sucht    das    Freiwilligenzentrum    unter    anderem    auch    gesprächsfreudige Freiwillige,    die    ihr    Interesse    an    Geschichte    und    Kultur    mit    anderen    teilen    möchten.    Dieser    Aufgabe    haben    die Verantwortlichen die neue Bezeichnung „Kulturpate“ verliehen. Im     Interesse     an     kulturgeschichtlicher     Weiterbildung     habe     ich     die     Einladung     gerne     angenommen,     in     den Sommermonaten   als   Kulturpate   unter   der   Schirmherrschaft   des   Bildungshauses   Osttirol   und   des   Freiwilligenzentrums Lienz tätig zu werden. Kosakentragödie an der Drau Das   Gedenkjahr   2015   blickte   auf   die Tragödie   der   Kosaken   in   Osttirol   am   1.   Juni   1945   zurück. Aus   diesem Anlass   stellte Univ.-Prof.   Dr.   Harald   Stadler,   Universität   Innsbruck,   im   Eisenbahn-Heizhaus   von   Lienz   eine   interessante   Ausstellung zusammen.    Sie    brachte    den    in-    und    ausländischen    Besucherinnen    und    Besucher    den    neuesten    Stand    seiner wissenschaftlichen   Forschungen   über   die   Zusammenhänge   und   Hintergründe   des   tragischen   Ereignisses   im   Ortsteil Peggetz   auf   Schautafeln   sowie   in   Bild-,   Ton-   und   Fundsammlungen   näher.   1945   waren   über   zwanzigtausend   Kosaken gegen   ihren   Willen   in   Eisenbahnwaggons   von   der   englischen   Besatzungsmacht   an   die   Sowjets   unter   Stalin   ausgeliefert worden. Viele von ihnen zogen den Freitod vor, Frauen stürzten sich mit ihren Kindern in die eiskalte Drau. Meinen   circa   zweistündigen   Rundgang   durch   die Ausstellung   schloss   ich   mit   dem   Hinweis   ab,   dass   das   höchste   Ziel   der wissenschaftlichen    Aufarbeitung    von    Kriegsereignissen    darin    liegt,    über    den    Gräbern    der    Gefallenen    und    Toten Versöhnung   zu   üben.   Jeder   Einzelne   möge   mit   Versöhnung   und   Vergebung   einen   Beitrag   für   den   Frieden   leisten,   in   der Familie,   in   der   Gesellschaft   und   zwischen   den   Völkern.   Diese   christlichen   Leitmotive   unterstützen   den   Weg   zu   diesem Ziel. Eisenbahnausstellung im Heizhaus Lienz Der   Verein   der   Eisenbahnfreunde   in   Lienz   arbeitet   mit   großer   Einsatzfreude   am   Erhalt   eines   Kulturgutes,   welches   die Geschichte   der   Stadt   Lienz   entscheidend   geprägt   und   beeinflusst   hat:   die   Eisenbahn.   In   den   Jahren   1869   bis   1871 wurde    die    Eisenbahnlinie    zwischen    Villach    und    Franzensfeste    gebaut    und    in    Betrieb    genommen.    Die    frühere Maschinenstation,   das   heutige   Heizhaus,   aus   dem   Jahr   1871   ist   noch   erhalten   geblieben   und   steht   inzwischen   unter Denkmalschutz.   In   diesem   Heizhaus   präsentieren   die   Eisenbahnfreunde   eine   Sammlung   an   historischen   Fahrzeugen, Signaleinrichtungen   und   Fotos   mit   einem   hohen   Dokumentationswert.   Zwischen   Juni   und   September   jeden   Jahres   ist das Heizhaus für interessierte Besucherinnen und Besucher aus nah und fern geöffnet. Im    Sommer    2016    setzte    ich    meine    Arbeit    als    Kulturpate    fort    und    gab    mein    neu    angelerntes    Wissen    als Ausstellungsführer   durch   die   Sammlungen   im   Heizhaus   weiter.   Das   Angebot   an   eisenbahn-technischen   Raritäten   zum Anschauen   und   Angreifen   ist   groß.   Das   Miterleben   und   Weitergeben   von   technischen   Entwicklungen   verlocken   mich weiterhin   zum   Studium   von   Fachliteratur   und   eisenbahn-geschichtlichen   Publikationen.   Im   Gespräch   mit   ehemaligen Eisenbahnern   und   Fachkundigen   erfahre   ich   viele   Details   und   An ekdo ten   aus   erster   Hand.   Damit   kann   ich   meine Führungen abwechslungsreich und kurzweilig gestalten.
Mit der Kraft der leuchtenden Sonne den Wandel unterstützen